Facetteninfiltrationen/Gelenkinjektionen



Arthrosen oder Abnutzungsschäden der Gelenke verursachen Schmerzen mindestens  über zwei Mechanismen: 

Zum einen führen der Knorpelverlust und der Verlust an Bandstabilität zur Drucksteigerung an den betroffenen Gelenkregionen,

zum anderen verursachen Abriebpartikel des Gelenkknorpels oft eine mechanisch entzündliche Mitreaktion der Gelenkinnenhaut. Diese produziert dann vermehrt Gelenkflüssigkeit und verursacht den Gelenkerguss. Dieser Mechanismus ist oft für den grössten Teil der Schmerzen verantwortlich.

Die als Injektion (Spritze) in den Gelenken verabreichten Medikamente greifen hier an. Der Vorteil der direkten Verabreichung  ist der schnelle und nachhaltige Aufbau eines Wirkspiegels vor Ort.

Die nach wie vor stärkste antientzündliche Substanz ist das Cortison. Viele Patienten haben bereits nach einer Verabreichung nachhaltige Schmerzbesserungen. Eine Dauertherapie verbietet sich, einzelne Wiederholungen in grösserem Abstand sind möglich. Viele Patienten kennen die Cortison-typischen Nebenwirkungen und haben Bedenken. Bei einer lokalen Anwendung sind diese normalerweise nicht zu erwarten!

Eher mechanisch in der Wirkweise ausgerichtet ist die Hyaluronsäure. Diese Substanz wird als visköse Flüssigkeit 3-5x in 1-2 wöchentlichen Abständen verabreicht. Hyaluronsäure ist eine körpereigene Substanz, die in der Knorpelgrundmasse vorkommt und die mechanischen Eigenschaften des Gelenkknorpels mitdefiniert. Sie wirkt "gelenkschmierend" und geringer auch antientzündlich. Je nach Arthrosegrad sprechen ca. Dreiviertel der Patienten  auf diese Therapie an, der Effekt soll längerfristig (bis zu1,5 Jahren) anhalten. Die Behandlungskosten werden aktuell nur von Privaten Kassen übernommen (Siehe hierzu auch: Leistungen > Arthrosetherapie).

Die Orthokintherapie nutzt körpereigene antientzündliche Substanzen gewonnen aus dem patieteneigenem Blut (Siehe Leistungen > Orthokintherapie).

Lokalanästhetika (örtliche Betäubungsmittel) werden gern und kombiniert z.B.mit Cortison eingesetzt, um sofort schmerzlindernde Effekte auszulösen. Leider hält ihre Wirkung (wie ja vom Zahnarzt bekannt) nur einige Stunden an. Allerdings helfen sie oft  diagnosesichernd weiter: Wenn nach Verabreichung und "Betäubung" ein Gelenk schmerzfrei oder deutlich schmerzgelindert ist, so entstehen die Schmerzen eben auch dort.

Je nach individueller Situation finden auch andere Substanzen Anwendung.

Auch an der Wirbelsäule gibt es Arthrosen, welche zur Einengung der in jeder Etage aus dem Rückenmark seitlich austretenden Nervenwurzeln führen können.  Lokale Schwellungen um die Nervenwurzel  können die Einengung weiter steigern.  Infiltration mit Corticoiden können hier abschwellend und druckentlastend wirken. Die kleinen Wirbelgelenke bezeichnet man als Facetten.[ In Zusammenarbeit mit den Radiologen der Röntgenpraxis Karlstal haben wir die Möglichkeit Facetteninfiltrationen und Injektionen an die Nervenwurzeln (PRT=periradikuläre Therapie) unter Nutzung der Computertomografie (CT) durchzuführen. Unter Bildgebung kann dann der Zielbereich für das Medikament exakt aufgesucht und sicher getroffen werden.  Je nach Ausgangslage kann diese Therapie Operationen an der Wirbelsäule  verhindern. Manchmal wird die Facetteninfiltration auch zur Höhenlokalisation der Schmerzen an der Wirbelsäule eingesetzt.

Ultraschalltechnik  (Sonografie) hat die Treffsicherheit von Injektionen vor allem an tiefer gelegenen Gelenken (Hüftgelenk) deutlich verbessert und wird in der Praxis seit Jahren eingesetzt (Siehe Leistungen > Ultraschall)

Zur Vermeidung von Infektionen (Risiko statistisch im Promillebereich) sind ausgiebige Hautdesinfektionen und ein Vorgehen gemäss der aktuellen Hygienevorgaben selbstverständlich.